Falkenstein

Falkenstein, eine Kleinstadt mit ca. 8700 Einwohnern, liegt im Herzen des schönen Vogtlandes auf einer Höhe von 414m – 650m ü.NN.

Falkenstein - Geschichte

Um 1100 wird zum ersten Mal ein "Johann von Valkinstein" erwähnt. Die Herren von Falkenstein kamen vermutlich aus Mittelfranken und waren von den Vögten von Plauen mit diesem Gebiet belehnt worden, um es urbar zu machen. Auf dem heutigen Schlossfelsen bauten sie eine kleine, aber feste Burg mit einem Bergfried. Aus ihrer mittelfränkischen Heimat warben sie Bauernfamilien an, die sie unterhalb der Burg ansiedelten. So entstand die Siedlung "zum Falkenstein".

Auf 1260 datiert die erste urkundlich Erwähnung Valkinstein‘s.

Falkensteiner Kirche
'Zum heiligen Kreuz'

Um 1362 wurde die Falkensteiner Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ geweiht, welche beim großen Stadtbrand von 1615 vollständig zerstört - kurz danach aber wieder aufgebaut wurde. 1641 wurde die Kirche abermals vom Feuer, ausgelöst durch kaiserliche Dragoner, niedergebrannt. Dieses Mal konnte sie aber nur auf sehr einfache Weise auf dem ursprünglichen Mauerwerk aufgebaut werden, da das Städtchen durch den langanhaltenden Krieg verarmt war.
Bereits 90 Jahre später wurde diese durch eine neue und größere Kirche ersetzt, da der schlechte  bauliche Zustand keine Reparaturen mehr zuließ.
Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Kirche nach dem großen Stadtbrand von 1859.
Am 12. August um halb 3 brach ein Feuer im Hinterhaus des Fleischers Riedel aus, wo ein Webermeister Prägler Hochzeit hielt, und griff rasch um sich. Von 370 Gebäuden wurden 170 zerstört, 2000 Menschen wurden obdachlos.
1869 wurde die Kirche nach 4 jähriger Bauzeit ein weiteres Mal eingeweiht. Sie gehört bis heute zu einer der schönsten Gotteshäuser im neugotischen Stil.
Und ein weiteres Mal sollte ein Feuer die Geschichte der Kirche prägen:
Am 17. September 1978 wurde durch die Selbstverbrennung von Pfarrer Rolf Günther im Altarraum der Kirche September der Flügelaltar mit den Gemälden von Professor Gonne vernichtet. Als Ursache der Selbstverbrennung galten innerkirchliche Konflikte. Nach erneuter Renovierung der Kirche wurde das große Kruzifix am Altar aufgestellt.

Im Januar 1400 verpfändete der Markgraf Wilhelm von Meißen die Vogtei Falkenstein für 900 Gulden an Hans von TROCZELER (von TRÜTZSCHLER). Die Stadt Zwickau wurde dabei als Bürge eingesetzt. Da dieses Pfand nie eingelöst wurde, ging die Vogtei in den Trützschlerschen Besitz über. Fast 530 Jahre lang behielt das Geschlecht derer von Trützschler die „Erbherrschaft“ über die Vogtei, deren Stammsitz Falkenstein war.
Der Mittelpunkt der Herrschaft war das Falkensteiner Schloss. Für die Stadt sowie die zum Herrschaftsgebiet gehörenden Dörfer des Umlandes wurde hier Recht gesprochen. Auch die Markttage wurden hier abgehalten.

Für 1448 kann das Stadtrecht nachgewiesen werden.

1469 wird Falkenstein zur freien Bergstadt, der einzigen im Vogtland, ernannt. Trotz der Nähe zu den seit dem 15. Jahrhundert erschlossenen Eisen-, Zinn- und Kupferlagerstätten blieb der Bergbau ein eher unbedeutender Wirtschaftszweig. Bereits gegen Ende des 18. Jahrhundert wird die letzte Schmelzhütte geschlossen – das Ende des Bergbaus in Falkenstein.
Stattdessen stieg Falkenstein nach dem Dreißigjährigen Krieg allmählich zu einem bedeutenden Standort der Textilindustrie auf.

Falkensteiner Stadtwappen

1643 erhielt die Stadt ihr, bis heute gültiges, Stadtwappen. Es zeigt einen Schild mit Schlägel und Eisen, gehalten von einem Engel. Um 1900 wurde der Engel durch einen hockenden Falken ersetzt. Oft wurde jedoch nur der Schild mit Schlägel und Eisen als Wappen verwendet.

Die 1721 gegründete Weberinnung wird im Laufe der Jahre zur stärksten Innung in ganz Vogtland.

1764 bauen Falkensteiner Weber eine Webmaschine nach, auf der gezogene und geblümte Musseline besser hergestellt werden konnten.

1788 Falkenstein bekommt den Ehrennamen „Wiege des sächsischen Kammertuches“

1810 und 1811 waren die so genannten "goldenen Jahre" der vogtländischen Weberei

Um 1830 gelingt dem Webmeister Christian Lipfert die „Nacherfindung“ des französischen Jacquard- Webstuhles (beteiligt an der Nacherfindung waren ebenfalls August Müller und Christian August Michael).

1844 Der Fabrikant Friedrich Bleyer errichtet die erste Gardinenfabrik in Falkenstein.

1848 Wilhelm Adolph von Trützschler, gewählt vom östlichen und südlichen Teil des Vogtlandes, wird Mitglied der Ersten Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche zu Frankfurt am Main.
Am 14. August des darauffolgenden Jahres wird er, Vorkämpfer für die deutsche Republik, von einem preußischen Exekutionskommando auf dem Neckarfriedhof in Mannheim standrechtlich erschossen.

Ein großer Stadtbrand am 12. und 13.August 1859 zerstört große Teile Falkensteins.
Noch im selben Jahr wurde ein "Neubebauungsplan für die Stadt Falkenstein" angeordnet.
Unter Verwendung des Brandschuttes wurde 1860 das Schloss wieder aufgebaut. Im gleichen Jahr wird die Sparkasse in Falkenstein eröffnet.
Bei dem Wiederaufbau entsteht ein neuer, schachbrettartiger Grundriss der Stadt.

1865 wird der Falkensteiner Bahnhof fertiggestellt, welcher 1912 mit einem neuen Empfangsgebäude erweitert wurde.

Mit der Ansiedlung von Gardinenfabriken ab 1880 wuchs die Stadt stark an und erreichte 1912 ihre höchste Einwohnerzahl mit ca. 18000 Einwohnern.
Zur Jahrhundertwende wurden die "Neue Schule" (heutiger Name: "Wilhelm Adolph von Trützschler") und das „kaiserliche Postamt“ errichtet, weiterhin wird der König-Albert-Platz angelegt.

Das Falkensteiner Rathaus

1903 wird des Rathaus nach den Plänen des Stadtbaumeisters Richter errichtet.

1918/19 Der Kapp-Putsch in Deutschland löst auch in Falkenstein eine Gegenbewegung aus: Max Hoelz und seine Rote Garde.
1920 beendet die Reichswehr die "Hoelziade".

Am 18. April 1930 eröffnet das Falkensteiner Heimatmuseum. Gründer und Leiter des Museums war der Heimatschriftsteller Willy Rudert, welcher 1949 im Alter von 65 Jahren verstarb.
Heute finden Sie hier Informationen zur Stadtgeschichte, dem Bergbau und Waldgewerke, der Falkensteiner Schnitzkunst, die "Astronomische Kunstuhr" von Friedrich Paul Fetzer, ein Originales Bauernzimmer um 1800, Zinnpokale der Weberinnung, bewegliche Heimat- und Weihnachtsberge, sowie die größte Sammlung figürlicher Darstellungen des "Moosmannes", der bekanntesten Sagengestalt des Vogtlandes.

1945 wird Falkenstein von den Amerikanern belagert. 240 Gebäude wurden leicht bis schwer beschädigt - 11 Menschen verlieren ihr Leben.

1952 beginnen die Bauarbeiten für das Falkensteiner Freibad, sowie des Nacht-Sanatoriums in Dorfstadt für die Wismut-Kumpel. Später wird es Regierungssanatorium. In der DDR ließen sich hier hochrangige Funktionäre des Staates behandeln. Auch Karl-Eduard von Schnitzler, Moderator des Schwarzen Kanals, kam ins idyllisch gelegene Sanatorium, dessen Existenz streng geheim gehalten wurde. Heute befindet sich hier die Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten.

1953 Der Tierpark Falkenstein wird als „Station junger Naturforscher“ gegründet.
Deutschlandweit bekannt wurde der Tierpark durch "Sammy". Der Kaiman war 1994 seinem Besitzer entlaufen und in einem Baggersee in Dormagen untergetaucht. Nachdem er wieder eingefangen werden konnte, bot ihm das Tropenhaus des Tierparks Falkenstein ein neues Zuhause. 2006 wurde er aufgrund seiner Größe an den Kroko-Zoo Friedberg-Ockstadt bei Frankfurt/Main weitergegeben.

1956 Der „Falgard“-Kindergarten, heute Kita „Knirpsenland“, wird errichtet.

1966 23. Juni, mit der französischen Stadt Harnes schließt die Stadt Falkenstein eine Vereinbarung zur Städtepartnerschaft ab.

1968 Die Falkensteiner Gardinenhersteller werden zum Kombinat VEB Plauener Gardine – Werk „Falgard“ zusammengelegt.

1971-74 Die Falkensteiner Talsperre wird gebaut.
Die Talsperre Falkenstein wird von 1971–1975 zur Brauchwasserversorgung unter anderem für die Falgard gebaut. Die offizielle Inbetriebnahme war 1977.
Da es keine Industrie mehr gibt, die Brauchwasser benötigt, sind die derzeitigen Hauptnutzungen der Talsperre lediglich die Freizeiterholung, insbesondere Baden, und Hochwasserschutz. Auch ein kleines Wasserkraftwerk für den Eigenbedarf ist in Betrieb. Der Staudamm der Talsperre Falkenstein ist ein Steinschüttdamm mit Innendichtung aus Beton. Das gestaute Gewässer ist die Weiße Göltzsch, die sich kurz darauf mit der Roten Göltzsch zur Göltzsch vereinigt und später in die Weiße Elster mündet.
Der Stausee ist ein geprüftes EU-Badegewässer. An der Stauwurzel gibt es ein kleines Vorbecken, das als Kinderbadeteich dient.
Angeln ist praktisch nicht möglich, weil es in der Talsperre fast keine Fische gibt, da das Wasser zu sauer ist. Die Dammkrone ist begehbar, und es gibt einen Rundweg um die Talsperre.

1990 Die CDU gewinnt die ersten freien Wahlen und Arndt Rauchalles (CDU) wird Bürgermeister von Falkenstein; mit der Stadt Stein wird Städtepartnerschaft vollzogen

1991 In der Stadt Falkenstein beginnen die Arbeiten für ein großes Sanierungsprogramm. Die schönen Häuser aus der Gründerzeit in Falkenstein werden von den Besitzern mit großem Aufwand rekonstruiert. Die Fassaden erstrahlen in neuem Glanz. 

1993 1. Abschnitt der Fußgängerzone wird umgebaut; die Falgard muss schließen; das neu errichtete Stadion wird eingeweiht; mit Oberlauterbach und Neustadt wird eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart

1998 alle Schulen und Kindereinrichtungen sind rekonstruiert; die Talsperre wird ausgebaut, es entsteht ein neues Kinderbad, 550 jähriges Bestehen der Stadt

1. Januar 1999 Oberlauterbach, Schönau und Trieb werden Stadtteile von Falkenstein.
Die Stadt Falkenstein erwirbt die Textilbrache "FALGARD" aus der Konkursmasse und beginnt auf ca. 10 ha deren Revitalisierung. Der Gesamtaufwand beläuft sich auf über 9,7 Mio. Euro (19 Mio. DM)

2001 das neue Gewerbegebiet "Falgard" wird übergeben

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